Mittwoch, 22. Juli 2015

"Das war echt gut, dass wir da hingefahren sind!" - GK Kunst tauchte in ganz andere Sphären ein

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Wie kann man das Unsichtbare sichtbar machen? Was liegt im Verborgenen? Was geschieht, wenn man  abstrakte Daten, pure Zahlen oder elektronische Signale, in Licht und Töne verwandelt?

Das Ausstellungsmotto GLOBALE ließ den Grundkurs Bildende Kunst einen Überblick über das globale Kunstschaffen vermuten - tatsächlich aber erwarteten uns ganz unerwartete Dimensionen!
Das Zentrum für Kunst und Medientechnologie (ZKM) in Karlsruhe hat seine Räumlichkeiten, die normalerweise einer Vielzahl von Exponaten zur Verfügung stehen, momentan komplett geräumt, um insgesamt nur zwei (!) Arbeiten internationaler Künstler zu zeigen:

In mehreren Hallen, die bis unter das viergeschossige Dach ragten, präsentierte der koreanische Komponist und Künstler Ryoji Ikeda unter dem Titel "the planck universe [macro]" und  "the planck universe [micro]" Projektionen und Klangwelten, in die wir geradezu eintauchen konnten. Ikeda war zu seiner Installation durch den Dialog mit Wissenschaftlern des CERN, der Europäischen Organisation für Kernforschung, inspiriert worden. Das CERN hat seinen Sitz in der Schweiz und betreibt das größte Labor für Teilchenphysik weltweit.
Die digitalen Daten, die der Künstler für die Installation verwendet hatte, kann man längst nicht mehr zuordnen. Aber darum geht es wohl auch nicht. Sein Licht- und Ton-Universum muss man tatsächlich mit allen Sinnen erlebt haben! Aus einem Daten-Kosmos hat er einen Kosmos geschaffen, den man wieder mit allen Sinnen erleben kann. Ganz direkt und unmittelbar, eine künstlich geschaffene Schönheit!

Der zweite Gebäudeteil des ZKM entführte uns in ganz andere Dimensionen. Hier wurde nicht enthüllt, sichtbar gemacht, sondern verhüllt. Hier stieg man ins Ungewisse, ins Verborgene! Wir betraten zwei großräumige Lichthöfe, und über uns hingen - Wolken!
Der japanische Architekt Tetsuo Kondo stellt in diesen Räumen, zusammen mit der Stuttgarter Energietechnik GmbH Transsolar, klimatische Bedingungen her, in der sich Wolken bilden können. Drei verschiedene Luftschichten kann der Besucher wahrnehmen, wenn er die gewundene Rampe in die Höhe steigt. Er kann die Wolken, die sich in der mittleren Höhe der Lichthöfe bilden, nicht nur von unten, auf Augenhöhe oder von oben betrachten, er kann auch in sie eintauchen, sie entstehen und verschwinden sehen. Ein Erlebnis zwischen Verlorensein ("Wo seid ihr??!") und Triumph über die Natur: Gelingt es uns Menschen heute doch tatsächlich, Wolken im Haus zu generieren und einzusperren!

Die GLOBALE zeigt aber auch in Karlsruhes Innenstadt zahlreiche weitere Großskulpturen und Performances, die irritieren, erheitern, zum Nachdenken anregen. So sieht man auf dem Marktplatz in luftiger Höhe ein komplettes Haus hängen - am Kran. Was soll das? Ist das echt? Warum hängt da ein ganzes Haus?
Erwin Wurm hat einen Kleinlaster geparkt. An einer Hauswand. Die hinteren Räder auf dem Gehweg (im Halteverbot - eine Karlsruher Politesse hat dies auch sogleich geahndet...). Die Vorderräder lehnen sich an die Hauswand - das Auto biegt sich wie aus Gummi - was soll das? Wie geht das? Auf jeden Fall sieht es witzig aus und bringt uns alle zum Schmunzeln.

Fazit:
"Das war echt gut, dass wir hierhin gefahren sind!" - und das bei knapp 40 Grad Hitze...!

Also: Unbedingt hinfahren und erleben! In die Großinstallationen kann man noch bis Ende August bzw. September eintauchen! Mehr Infos gibt es unter http://zkm.de

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