Von einem realistischen Business-Alltag waren unsere letzten Schulwochen sicherlich nicht mehr weit entfernt - allerdings auf freiwilliger Basis, in eigener Freizeit, zu Hitzefrei-Bedingungen und ohne viel Vorahnung… Wer in unserer Firma bis zum Ende durchgehalten hat, hat wirklich Gründergeist bewiesen!
Rückblick
Mit etwas Verwunderung und auch einer gewissen Portion Stolz konnten wir bei unserer abschließenden Hauptversammlung auf ein sehr ereignisreiches Gründungsjahr zurückblicken:
Die Produktentwicklung hat über das Jahr hinweg immer wieder ertragreiche Produkte in unseren kleinen Schulbedarfs-Handel gebracht, ein gutes Gespür auch in den 3D-gedruckten Figuren bewiesen und großes Durchhaltevermögen im Gestalten der „Starter-Pakete“ gezeigt. Auch im Rahmen der Projektwoche, in der Herr Forsch und die AG-TeilnehmerInnen dieses erfolgreiche Produkt angeschoben hatten.
Der Vertrieb wiederum entwickelte nach und nach unseren kleinen Verkaufsstand weiter, lernte es, viele Organisationsschwierigkeiten zu navigieren und mit der Zeit ein kleines Plus in die Kasse zu spülen. Diesen Stand Woche für Woche aufrecht zu erhalten erforderte viel Kommunikation und Zuverlässigkeit.
Im Marketing fanden sich die Designerinnen und „Story-teller“ zusammen: Ihre Aufgabe war es zunächst, unsere „Corporate Identity“ zu erarbeiten und den eigenen MitarbeiterInnen zu vermitteln; dann sollten sie unsere Öffentlichkeitsarbeit stemmen und somit quasi die Geschichte unseres Unternehmens dokumentieren. In dem Prozess konnten einige ihre Software-Kenntnisse weiterentwickeln und die anfänglichen arbeitsblattähnlichen Plakate ? in ansehnlich designte Werbung und Information umwandeln; zudem gelang es ihnen, die Presse ins Haus zu holen, unsere Entwicklung auch mit Bildern zu dokumentieren, mit einem eigenen Artikel auf der Homepage die Öffentlichkeit zu informieren und letztlich einen professionellen Spendenaufruf an eine bekannte Firma zu richten. Das war viel Fleißarbeit – aber der Lohn für Julia und ihr Team war es sicherlich auch, endlich ihre Deutschkenntnisse und ihr Kunstverständnis in lebensnahen Aufgaben anwenden zu können.
Eine anfänglich installierte Personalabteilung wurde schließlich im Vorstand integriert, der ohnehin in allen Prozessen mitwirken musste: Anwesenheitslisten, Lohnabrechnungen, Protokollführung, Inspiration für die Abteilungen, Motivation der Mitarbeiter zur Zuverlässigkeit, der Aufbau von effizienten Kommunikationsstrukturen, die Planung unseres Jahreskalenders mit allen Öffentlichkeits- und Verkaufsterminen… Wer sich im Vorstand wiederfand, musste Optimismus entwickeln und viel Verantwortung tragen lernen – vor allem weil es unser erstes Geschäftsjahr war, in dem viel Pionierarbeit geleistet werden musste. Felix, unser wirklich ausdauernder und lernwilliger Geschäftsführer, erfuhr hier dankbarerweise Hilfe durch seine engagierte Buchhalterin Sara, die sich auch als würdige Vertreterin erwies.
Resümee
Unterm Strich, kann man sagen, bleibt nicht nur in der Kasse ein ansehnliches Plus, das unsere Teamfortbildung ermöglichte und an wohltätige Zwecke gespendet wurde, sondern ein großer Erfahrungsschatz, der sicherlich auch die eigenen Grenzen vor Augen geführt hat und den Blick für die notwendigen Kompetenzen geschärft hat, die nicht einzeln im Zeugnis abgebildet werden: Durchhaltevermögen, Zuverlässigkeit, Selbstorganisation, Lernwille, verbindliche Kommunikation, lösungsorientiertes Denken, Selbstvertrauen und eine gewisse Portion Extra-Energie.
Ein großes Kompliment und vielen Dank an nahezu 40 SchülerInnen und KollegInnen, die über das Jahr hinweg die Startup-AG gestaltet haben - auch denjenigen, die das Projekt nur auf einem Teilstück des Weges unterstützt haben! – und vielen Dank an die zahlreichen großzügigen Anteilseigner, die uns das benötigte Startkapital gespendet hatten. Ohne Sie/ euch wäre die Erfahrung in diesem Umfang sicherlich nicht möglich gewesen!
Ausblick
Wie geht es nächstes Jahr weiter? Die erste Firma ist abgewickelt und die nächste darf gegründet werden.
Unser Fortbildungs-Ausflug zu „Ideenw3rk“ – dem „Makerspace“ der Stadtbibliothek Ludwigshafen - führte uns auf die Spuren des „Plottens“: Mit einem Computerprogramm wird eine Schablone konstruiert, die durch einen Plotter auf eine Trägerfolie gestanzt wird. Das ausgestanzte Motiv kann durch Bügeln auf beliebige Stoffe übertragen werden und somit zum Beispiel Kleidungsstücke, Mäppchen oder Taschen individuell verzieren - und letztlich ein eigenes Label darstellen. Durch dieses Verfahren können aber auch andere Dinge wie Schablonen oder Aufkleber gestaltet werden. Ob wir nächstes Schuljahr diese Idee umsetzen oder auf Bewährtes aus dem letzten Jahr zurückgreifen oder uns in ganz neue Herausforderungen stürzen, liegt voll und ganz in den Händen der nächsten Schülerfirma.
Wen die oben beschriebenen Erfahrungen neugierig gemacht haben, darf uns gerne bei der „Arbeit“ besuchen, wir freuen uns über jede Unterstützung!



